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Medien

Filme mit Flossen

Undine (1992)



Aquamarin (2006)



Pirates of the Caribbean (2011)

Bereits 1948 entstanden in Hollywood die ersten nennenswerten Meerjungfrauenfilme. Leider schaffte es nur einer von Ihnen nach Deutschland. Unter dem Titel "Mr. Peabody und die Meerjungfrau" lief die schwarzweiße Verfilmung des Romans "Peabodys Mermaid" (von Guy und Constance Jones) erstmals 1987 auf RTL plus. Der Klassiker "Miranda" und sein Nachfolger "Mad about Man" (1954) blieben dem hiesigen Publikum bis heute vorenthalten. Ähnlich rar ist die japanischen Zeichentrickumsetzung des Andersen Märchens "Die kleine Seejungfrau" (1975), welche nur ein Mal im TV gesendet wurde. "Andersen Dôwa Ningyo Hime" (Originaltitel) endete so tragisch wie das Original, mit dem Tod der Seejungfrau.

Der Titelrolle in Arielle, die Meerjungfrau (1989) erging es da besser. Sie bekam am Schluss Prinzen und Stimme zurück. Von dieser Abweichung abgesehen, bietet Disneys Zeichentrickfilm aber auch überraschende Ähnlichkeiten mit "Andersen Dôwa Ningyo Hime". Doch während Letztgenannter in der deutschen Fassung nie auf VHS oder DVD erschien, wurde Arielle gleich zwei Mal synchronisiert. Die Fortsetzung Arielle II - Sehnsucht nach dem Meer (2000) ist weniger bekannt und wurde als Heimkino-Produktion auch leider nicht so detailgetreu gezeichnet wie der Kinofilm. Doch Walt Disney hatte schon vor Arielle eine "Jungfrau am Haken". Im Jahr 1984 kam der Film Splash in die Kinos. Bis heute gehört Daryl Hannah, als Meerjungfrau Madison, zu den überzeugendsten Fischfrauen im Wasser. Dabei war anfangs geplant, sie im Meer durch ein Double ersetzen zu lassen. Niemand ahnte, dass Daryl seit ihrer Kindheit von Meerjungfrauen begeistert war und bereits als junges Mädchen übte,  wie man als solche taucht. Beim Casting der Stuntfrauen zeigte sich, dass keine der Damen die Schwimmbewegungen einer Meerjungfrau so verinnerlicht hatte, wie die Schauspielerin selbst. Im Anschluss daran traf man die kluge Entscheidung, auf den Einsatz eines Doubles zu verzichten.

Weniger klug war die Idee einer Fortsetzung mit niedrigem Budget und anderen Darstellern, vier Jahre später. Die TV-Produktion Splash Too - Die Nixe aus New York (1988) fällt qualitativ weit hinter dem ersten Teil zurück. Ebenfalls enttäuschend ist der deutsche Film Undine (1992), der keinen Unterschied zwischen Nymphen und Nixen macht. Noch dünner ist nur die Story des japanischen Splattermovies "Mermaid in a Manhole" (1988), in dem eine Stunde lang das Siechtum einer todkranken Meerjungfrau dokumentiert wird. Den Amerikanern ist da mit "She Creature" (2001) eine bessere Verknüpfung von Fischfrau und Horror gelungen. Der hierzulande unter dem Titel Der Todesengel aus der Tiefe vertriebene Film, erzählt von einer menschenfressenden Meerjungfrau, die sich von einem bildhübschen Fabelwesen in ein blutrünstiges Monster verwandelt. Dass einige Sequenzen stark an "Alien" erinnern, ist kein Zufall. In beiden Filmen war Stan Winston für die Special Effects zuständig. Mehr Horror als Fischfrau präsentieren die Spanier in H.P. Lovecraft's Dagon (2001) und gewähren dem Zuschauern nur einen kurzen Blick auf eine - im wahrsten Sinne des Wortes - traumhafte Meerjungfrau. Traumhaft ist auch der Anblick von Christy Chung, die für die Splash-ähnliche Liebesgeschichte, "Mermaid got Married" (1994) auf Tauchstation ging. Eine deutsche Synchronisation der Hong Kong Produktion sucht man allerdings vergebens.

Bei Werken aus dem asiatischen Raum ist der Einsatz einer "magischen Perle" auffällig. Die Meerjungfrau verabreicht sie dem Geretteten meist zur schnellen Genesung. Wie auch in dem Anime auf Grundlage des Mangas Mermaid Melody - Pichi Pichi Pitch. Im thailändischen Fantasyabenteuer "Phra Apai Mani" (2002) bewirkt das Schlucken der magischen Perle, die Fähigkeit unter Wasser atmen zu können. Die Hauptfigur Prinz Apai Mani verliebt sich darin in eine Meerjungfrau. Das zierliche Fabelwesen wird von Miss Thailand 2000 verkörpert. Was ihr gemeinsamer Sohn später auf der Suche nach seinem menschlichen Vater erlebt, erzählt die "Legend of Sudsakorn" (2006). Beide Filme wurden nie ins Deutsche übersetzt. Auf eine Synchronisation wird man auch bei dem malaysischen Werk Duyung (2008) vergeblich hoffen, dessen Titel bereits soviel wie Meerjungfrau bedeutet und sich von dem Wort Dugong ableitet.

In Barbie - Fairytopia (2005) kamen die fischschwänzigen Nebenrollen offenbar so gut an, dass man wenig später Barbie - Fairytopia: Mermaidia (2006) produzierte. Den ersten computeranimierte Meerjungfrauenfilm in Spielfilmlänge. Es folgten Barbie und das Geheimnis von Oceana (2009) und die Fortsetzung Barbie und das Geheimnis von Oceana 2 (2011), mit denen man sich dem Zielgruppenalter der Teenie-Komödie Aquamarin - Die vernixte erste Liebe näherte, welche 2006 in die Kinos kam. Fishtales (2007) schaffte es nie auf die große Leinwand. Die Liebesgeschichte zwischen dem tollpatschigen Gelehrten (Billy Zane) und der hübschen Meerjungfrau (Kelly Brook) war nur auf DVD als UK Import zu beziehen. Weitaus mehr Beachtung fand die Beziehung des Missionars Philip (Sam Claflin) zu der zarten Nixe Syrena (Àstrid Bergès-Frisbey), die zur Nebenhandlung des vierten Teils von Fluch der Karibik gehörte. In Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten (2011) sind die Meerjungfrauen verführerisch singende Sirenen, die wie blutrünstige Vampire über ihre Opfer herfallen. Auf dem Trockenen verwandeln sich ihre computeranimierten Fischschwänze in Beine und mit Hilfe ihrer Tränen soll man Unsterblichkeit erlangen.

Die Liebe zwischen zwei ungleichen Wesen ist auch Bestandteil der deutsch-türkisch-ungarischen Produktion "Sawdust Tales", die 1998 auf dem Internationalen Filmfestival von Ankara zum besten Film gewählt wurde. In dem Drama verliebt sich die männliche Hauptperson in eine Meerjungfrau, die in einem Zirkus zur Schau gestellt wird.


   

Letztes Update 27.09.2013

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